100 Jahre Königliche Baugewerkschule

Moltkeviertel Bürgerverein Moltkeviertel

Baugewerkschule

 

Ensemble des viktoriatheater Bürgerverein Moltkeviertel

Ensemble des viktoriatheater

Lehr´ der Jugend zur Ehr´ der Baukunst
Schüler gestalteten Rahmen für Jubiläumsfeier der Baugewerkschule
„Seine Majestät unser Kaiser und König Wilhelm II. lebe hoch!“, rief  Oberbürgermeister  Wilhelm Holle alias Sarah Gudrian vom viktoriatheater am Ende seiner Ansprache. Genau 100 Jahre später brauste erneut das Hoch der zahlreichen Versammlung durch den weiten Raum:  furioser Auftakt der Jubiläumsfeier, mit dem der Bürgerverein Moltkeviertel  e.V. und das Robert-Schmidt-Berufskolleg an die Einweihung der Königlichen Baugewerkschule erinnerten.

Bürgerverein Moltkeviertel

Festredner Peter Brdenk (Architekt BDA)

Groß war das Interesse, im Rahmen der Führung von Dr. Ernst Kurz durchs Gebäude des heutigen Robert-Schmidt-Berufskollegs den Turm zu besteigen. Wer nach oben kam, wurde mit einer fantastischen Aussicht über das Moltkeviertel und die Umgebung fürs Warten in der Schlange belohnt. Und manch einer konnte die alten Bilder, die zuvor in der geöffneten Ausstellung „Das Moltkeviertel in alten Ansichten – Manifest der Avantagarde“ im Kabinett an der Moltkestraße 46 zu sehen waren, nun in der Landschaft zuordnen.

Zur Begrüßung dankte Dr. Christoph Merkel den Bürgern für das große Engagement fürs Viertel. Er informierte als  Vorsitzender über die Ziele des Bürgervereins Moltkeviertel e.V. und ermunterte die Anwesenden dazu, mit einer Mitgliedschaft sich einzubringen oder den weiteren Weg zu unterstützen. Oberstudiendirektor Friedrich Hanßen, Leiter des Robert-Schmidt-Berufskollegs, betonte danach die Besonderheit des Baus, die Freude des Kollegiums, in den Räumen zu unterrichten, und die Beobachtung, dass das Moltkeviertel nunmehr verstärkt als mustergültige städtebauliches Anlage wieder Beachtung findet.

Den Festvortrag hielt Peter Brdenk (Architekt BDA). Er  aktualisierte den Auftrag „Der Baukunst zur Ehr, der Jugend zur Lehr“, die Architekt  Edmund Körner zur Einweihung seinem Bau mit auf den Weg gab, in „Der Baukunst zur Ehr, den Essenern zur Lehr'“. Kenntnisreich führte Brdenk durch die Blütezeit bis in die 1920er-Jahre hinein, als in der Boomtown Essen herausragende Stadtplaner und Architekten mustergültige Anlagen und Bauten schufen.

Doch das geheime Motto der unterhaltsamen Lehrstunde hieß „Lehr‘ der Jugend zur Ehr‘ der Baukunst.“ Denn den Anfang und das Ende der Veranstaltung gestalteten Schüler. Nach den Klängen von Beethovens Ouvertüre „Zur Weihe des Hauses“ (zur Eröffnung in 1911 spielte  das städtische Orchester dies Werk), redeten drei Mitglieder des viktoriatheater, des Schülertheaters der nahen Viktoriaschule, wie vor 100 Jahren. Unter der Regie von Dominik Gerwen ließen Sarah Gudrian Oberbürgermeister Wilhelm Holle, Christina Jensen Staatsminister Freiherr von Rheinbaben und Lisa Schneider Direktor Schau wieder aufleben.  Zum Abschluss der Feierstunde zeigten Schüler des Robert-Schmidt-Berufskollegs einen im Rahmen einer Projektarbeit selbstproduzierten, wunderbar unkonventionellen Film, in welcher sich die Schüler mit ihrem Schulgebäude, der ehemaligen Königlichen Baugewerkschule und dem Moltkeviertel beschäftigt haben.

Zum Ausklang bei Snack und Getränken tauschten sich die Festgäste angeregt aus. Bei den von nah und fern angereisten ehemaligen Schülern der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen, die als Nachfolger der Baugewerkschule vor dem Robert-Schmidt-Berufskolleg in dem Bau ihren Sitz hatte, kamen beim Anblick der zahlreichen ausgehängten historischen Fotos – unter anderem Porträts ehemaliger Lehrer – viele Erinnerungen hoch und Anekdoten in den Sinn.

Titelbild der "Festschrift zur Einweihungsfeier der Königl. Baugewerkschule Essen - Ruhr 16. Nov. 1911"

Titelbild der „Festschrift zur Einweihungsfeier der Königl. Baugewerkschule Essen – Ruhr 16. Nov. 1911“

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.